Was ist digitales Risikomanagement?

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In der Vergangenheit haben viele Unternehmen bei der digitalen Transformation nicht gerade aufs Tempo gedrückt. Für die Aufgaben vieler Teams reichten manuelle Prozesse aus, auch wenn sie umständlich waren. Hinzu kam, dass viele Unternehmen die Kosten, Beeinträchtigungen und den Mitarbeiter- und Schulungsbedarf, die mit der Migration zu einem neuen System oder Prozess verknüpft sind, vermeiden wollten. Und tatsächlich berichtete Forrester, dass vor 2020 nur 15 % der Unternehmen als "versierte Kenner und Anwender des Digitalen" eingestuft werden konnten.

Die COVID-19-Pandie hat eine Änderung der Situation bewirkt und Forrester prognostiziert, dass nunmehr alle Unternehmen massiv in Technologie-Initiativen investieren und mehr Geld für Sicherheits-, Risiko-, Netzwerk, Cloud- und Mobilitätslösungen ausgeben werden. Eine Schwerpunktsetzung auf die digitale Transformation gibt den Unternehmen die Möglichkeit, das Wachstum zu beschleunigen, die Produktivität zu erhöhen und den Zugang zu Daten zu verbessern.

Die digitale Transformation kann bei vielfältigen Funktionen Vorteile bringen, beispielsweise bei der Automatisierung von Prozessen im Workflow oder bei der Beschaffung verbesserter Einblicke in die Qualitätskontrolle. Besonders wertvoll kann sie jedoch für die Aufwertung der Risikomanagementfunktion sein.

Was ist digitales Risikomanagement?

Digitales Risikomanagement stützt sich auf digitale Prozesse zur Verbesserung der Einschätzung und der Überwachung von Risiken—unter anderem Cybersicherheitsrisiken, Third Party Risk, operatives Risiko, aber auch zahlreiche andere Risikoarten. Diese Risiken können die finanzielle Performance, den Betrieb und die Reputation des Unternehmens beeinträchtigen.

Bestandteile einer digitalen Risikomanagementlösung können der Einsatz der Prozessautomatisierung, die Entscheidungsautomatisierung, die digitalisierte Überwachung sowie der Einsatz von Frühwarnsystemen sein. Sie kann in diesem Sinne fundierte Analysen bereitstellen, die Ihrem Unternehmen helfen, den Status der Compliance und das aktuelle Bedrohungsniveau für alle Risikofaktoren besser zu überwachen.

Was spricht für eine Umstellung von manuell auf digital?

Viele Unternehmen haben ihre Risikomanagementprozesse seit Jahren nicht mehr aktualisiert. Zur Überwachung der Risiken sowie zur Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften verlassen sie sich stattdessen auf manuelle Überprüfungsprozesse. Ein solches System ist träge, führt zu Doppelarbeiten und Redundanzen über Teams und Abteilungen hinweg und lässt menschlichem Versagen viel Raum. Ihre Fachexperten müssen sich darauf beschränken, Tabellen auszufüllen, Zahlen zu kalkulieren und E-Mails zu beantworten, anstatt auf hohem Niveau strategische Arbeit zu leisten, die Ihr Unternehmen voranbringen würde.

Dies wiederum führt dazu, dass Bedrohungen möglicherweise nicht rechtzeitig erkannt werden, was Sicherheitsverletzungen und andere Risiken nach sich ziehen kann, die man mithilfe eines automatisierten Frühwarnsystems hätte mindern können. Das kann sowohl Ihrer operativen Effizienz als auch der Reputation Ihres Unternehmens erheblichen Schaden zufügen. Auch werden gesetzliche Vorschriften möglicherweise übersehen, was Bußgelder und Strafzahlungen zur Folge haben kann.

Durch die Digitalisierung Ihres Risikomanagementprozesses können Sie Silos beseitigen und sicherstellen, dass Ihre Teams tatsächlich miteinander sprechen können. Die optimale digitale Risikomanagementlösung vermittelt Ihnen einen transparenten Überblick über aktuelle Bedrohungen und über eventuell erforderliche Abhilfemaßnahmen. Sie verkürzt damit die Reaktionszeit auf Bedrohungen. Und anstatt Compliance-Manager damit zu beauftragen, ständig Kontrollen vor Ort durchzuführen, können Sie sich bei vielen Compliance-Standards auf digitalisierte Selbstauskünfte und automatisierte Benachrichtigungen verlassen, was die Produktivität am Arbeitsplatz erhöht und die Compliance im gesamten Unternehmen verbessert.

Bei einer digitalen Risikomanagementlösung handelt es sich um eine integrierte Plattform, die reibungslos für räumlich verteilte Teams funktioniert und ihnen den Zugriff auf Ansichten ermöglicht, die auf ihre jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Sie bietet außerdem ein umfassendes Dashboard, das den Compliance-Status, das Risikoniveau und die erforderlichen Maßnahmen anzeigt. Durch die Verwendung von branchenüblichen und unternehmenseigenen Algorithmen kann Ihr Team einen Großteil der in der Vergangenheit manuell durchgeführten Datenanalysearbeit automatisieren. Die Mitarbeiter können darüber hinaus die Verantwortung für die Selbstberichterstattung über Compliance-Bewertungen übernehmen. Das wiederum entlastet die Compliance-Manager von einer erheblichen Berichtstätigkeit und gibt ihnen die Möglichkeit, sich auf strategische Initiativen zu konzentrieren.

Eine auf künstlicher Intelligenz basierende digitale Risikomanagementlösung hilft Unternehmen dabei, die Effizienz zu steigern, bessere Erkenntnisse über Daten zu gewinnen und Bedrohungen schneller zu erkennen und zu beseitigen.

Hauptmerkmale einer digitalen Risikomanagementlösung

Unternehmen können zum Management und zur Minderung ihrer Risiken ein oder mehrere Software-Tool(s) einsetzen. Nachstehend gehen wir auf einige wichtige Funktionen ein, die in einer Technologielösung für das Risikomanagement benötigt werden:

  • Automatisierte Risikobewertung
    Ein digitales Risikomanagementsystem sollte auf der Grundlage von überwachten Risikoindikatoren fortlaufend automatisierte Bewertungen der für Ihr Unternehmen identifizierten Risiken bereit stellen. Ein wichtiger Risikoindikator könnte beispielsweise der Prozentsatz der geplanten Wartungsaktivitäten sein, die nicht durchgeführt wurden, wie z.B. Software-Patching. Wenn diese Kennzahl einen bestimmten festgelegten Schwellenwert überschreitet, könnte das als operatives Risiko gesehen werden, und das System sendet ein Frühwarnsignal an die zuständigen Manager.
  • Risikopriorisierung
    Ihre Lösung sollte Ihre Risikobereitschaft für jedes vorhersehbare Risiko und die Auswirkungen jedes dieser Risiken berechnen können. Die Lösung sollte anschließend Ihre Pläne zur Risikominderung entsprechend priorisieren können.
  • Risikoberichte in Echtzeit
    Ihre Lösung sollte Echtzeit-Datenfeeds einbinden können, unter anderem Systemausfallmeldungen, Kreditrisikoberichte und andere branchen- oder risikospezifische Daten.
  • Integration über drei Verteidigungslinien hinweg
    Die drei Verteidigungslinien bestehen traditionell aus operativen Kontrollen (1. Verteidigungslinie), Risikomanagement und Compliance (2. Verteidigungslinie) sowie Risk Assurance (3. Verteidigungslinien). In vielen Unternehmen arbeiten die drei Linien relativ unabhängig voneinander, was durchaus Redundanzen oder Missverständnisse zwischen den Linien verursachen kann. Eine integrierte digitale Risikomanagementlösung führt die drei Verteidigungslinien zu einem einheitlichen Team zusammen und stellt sicher, dass alle drei Linien auf dieselben Daten zugreifen können und alle Messgrößen auf der Grundlage derselben Einstufungskriterien ausgewertet werden.
  • Intuitive Nutzung für alle Benutzer
    Eine digitale Risikomanagementlösung sollte für alle Benutzer der drei Verteidigungslinien intuitiv nutzbar sein, und nicht nur für technisches Fachpersonal. Ihre Teammitglieder sollten problemlos Trigger setzen, auf Warnungen reagieren und relevante Analysedaten für eine weitere Auswertung sammeln können. Auf diese Weise schaffen Sie ein besseres kooperatives Umfeld und geben Ihrem Team die Tools an die Hand, um mit einer differenzierteren Strategie zu führen.

In einer Zeit der Unsicherheit, in der Bedrohungen der Cybersicherheit Tag für Tag zunehmen, ist der Einsatz einer erstklassigen Risikomanagementlösung von entscheidender Bedeutung für die Sicherung der Nachhaltigkeit und des Wachstums Ihres Unternehmens. Wenn Sie sich für eine digitale Risikomanagementlösung entscheiden, sind Sie gut gerüstet. Sie können das Beste aus der Technologie herausholen, um Ihr Unternehmen vor Bedrohungen jeder Art zu schützen.

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